Gespräch mit der Schulleitung – 10. Juli 2015

Wir, die Elternvertreter der Klasse 7c, eine Mutter eines Schülers,  Schulleitung (vertreten durch Herrn Barthl) des Grünen Campus Malchow und die Klassenlehrerin haben sich heute um 7.15 Uhr zu einem Gespräch zusammengesetzt.

Dieser Gesprächswunsch ergab sich aus einem Dialog zwischen den Elternvertretern und der Klassenlehrerin im Juni dieses Jahres, bei dem festgestellt wurde, dass einige Themen in das Hochheitsgebiet der Schulleitung gehören.

Wir haben uns auf dieses Gespräch vorbereitet und die für uns wichtigen und zu besprechenden Themen in Form eines Positionspapiers (s.u) zusammengefasst und vorgetragen.

Wir sind davon ausgegangen, dass die Schulleitung dem Gespräch aufgeschlossen gegenübersteht und sich darüber freut, mit uns in einen offenen Dialog zu treten, um die Situation der Schüler, Lehrer und Eltern zu verbessern.

Hier mussten wir feststellen, dass die Elternvertretung und die Schulleitung mit zwei vollkommen unterschiedlichen Erwartungen an das Gespräch herangegangen sind. Wir wurden darauf hingewiesen, dass sich die Schulleitung in dieser Zusammenkunft nicht als Ansprechpartner, sondern vielmehr nur als Zuhörer sieht. Diese Klarstellung führte bei uns zu einiger Irritation und Unstimmigkeit.

Dennoch ergab sich nach dem Vortrag des Positionspapiers ein Dialog und die Schulleitung stellte grundlegend fest, dass zwei Drittel der vorgetragenen Themen, nicht in den Aufgabenbereich der Schulleitung gehören. Es wurden folgende Punkte seitens der Schulleitung vorgetragen.

  1.  Sollten Konflikte, Unklarheiten und Fragen zwischen SchülerInnen/Eltern und LehrerInnen auftreten, ist der Kontakt und er Dialog mit den betreffenden LehrerInnen zu suchen. Dafür steht der postalische, telefonische, persönliche und elektronische Weg offen. Lässt sich über diesen Weg keine Klärung erreichen, ist die Klassenleitung mit einzubeziehen.
  2. Es gibt keine Sonderregelungen für SchülerInnen, die ihr Handy im Unterricht benutzen. Eingezogene Handys müssen bei der Schulleitung/Sekretariat  von den Eltern abgeholt werden.
  3. Auch der Umgang mit Schulschwänzern ist klar geregelt. Hier finden auch viele Maßnahmen statt, die nicht immer von der Elternschaft wahrgenommen werden können.
  4. Die Klasse 7c mag zwar einige Schwierigkeiten haben. Rauchen und das Ritzen tauchen aber immer wieder mal auf und die Klasse 7c stellt hier keine Besonderheit dar.
  5. Dass sich Schüler respekt- und verständnislos gegenüber LehrerInnen und der Schule verhalten, hängt z.T. auch mit dem Elternhaus zusammen. Es sollte darauf geachtet werden, dass kein negatives Bild der Schule durch die Eltern auf die Kinder übertragen wird.
  6. Intransparenz des Curriculums ist nicht vorhanden, da der Rahmenlehrplan festgelegt und einsehbar ist. Nur 30% der Unterrichtsinhalte liegen im Ermessen der LehrerIn.
  7. Dass die Schwierigkeiten der Klasse 7c aus der Grundsschule herrühren könnten, sieht die Schulleitung anders. Vielmehr haben die Kinder aus der Sicht der Schulleitung in dieser Zeit unheimlich viel gelernt.
  8. Die Schulleitung wies darauf hin, dass die Klassenleitung zum Thema Klassenklima eine Lehrerkonferenz einberufen könnte/sollte.
  9. Kritik und Unstimmigkeiten könnten auch in Form einer Evaluatiion erfolgen. Die Ergebnisse werden dann natürlich auch wahrgenommen und einbezogen.
  10. Es sollte mehr auf das Positive geschaut werden und mehr gelobt als kritisiert werden.

In dem Gespräch wurde von Seiten der Schulleitung immer wieder darauf hingewiesen, die Kritik zu konkretisieren. Hierbei wurden exemplarisch einige Themen angesprochen.

  1. Vorgaben zu Hausaufgaben und Vorträgen
    Hier wurden einige Beispiele vorgetragen. Wir wurden darauf hingewiesen, dass dies immer mit den betreffenden LehreInnen zu erörtern ist. Wir haben ein Recht auf Auskunft.
  2. Respekt gegenüber Schülern am Beispiel der Petition
    Die Schulleitung ist der Auffassung, dass sie vollkommen adäquat auf die Petition reagiert hat. Die Schulsprecher haben mit der Schulleitung ein Gespräch darüber geführt und diese hätten alle Informationen dazu in den Klassenrat einbringen können.

Positionspapier

Berlin, 10. Juli 2015

Allgemeine Elternbeteiligung am Grünen Campus Malchow

Wir wünschen uns eine offene und konstruktive Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus, als eine grundlegende Voraussetzung für schulischen Erfolg.
Gemeinsam mit Ihnen wollen wir Ihr Kind stärken, damit es mit Freude und Spaß lernt und wir die Basis für eine erfolgreiche Lern- und Persönlichkeitsentwicklung Ihres Kindes schaffen. Wir wollen Ihnen transparent machen, was in der Schule geschieht und Sie immer wieder zur Mitgestaltung der schulischen Arbeit einladen. (Zitiert nach: Elterninformation zum Start – SEK I 2014 Klasse 7, S. 14)

Durch folgende Punkte sehen wir die „Beschulbarkeit“ der Klasse 7c für das nächste Schuljahr in Gefahr.

  1. Lautstärke in der Klasse und Arbeitsverhalten der Schüler
  2. Respekt gegenüber Schülern und Lehrern. Wie geht man miteinander um. Was wird voneinander erwartet (z.B. Umgang mit dem  Handyverbot, Petition, Kontrolle durch Mitschüler)
  3. Intransparenz der Lehrinhalte (Curriculum). Die Anforderungen an die Schüler sind teilweise unklar. Rahmenbedingungen (Vorgaben zu Hausaufgaben und Vorträgen).
  4. Beschulbarkeit der Klasse, wenn Schüler den Klassenraum verlassen (Aufsichtspflicht, Konsequenzen und Handlungsvorgaben)
  5. Umgang mit Schulschwänzern (Sanktionsmöglichkeiten der Schule)
  6. Wer leitet den Unterricht, der ausfällt?
  7. Ritzen und wie geht es den Kindern, die sich damit auseinander setzen müssen.
  8. Bei etlichen Kindern und Eltern hat sich Enttäuschung breit gemacht und die anfängliche Euphorie hat sich in einer Form von Resignation und unausgesprochenem Unmut gewandelt.

Viele der hier aufgeführten Probleme haben unserer Meinung nach ihren Ursprung in der Grundschule. Die Schüler haben dort zwar gelernt, wie man unter einer strengen, unfairen und zum Teil aggressiven Führung funktioniert, aber nicht wie man damit umgeht, wenn man Verantwortung für sein eigenes Handeln übernehmen darf. Wir denken, dass Frau S. hier ganz andere Impulse gegeben hat und die Kinder teilweise mit einem respektvollen und wertschätzenden Umgang noch nicht so viel anfangen können. Hinweise und Beschwerden bezüglich des Unterrichtsstils in der Grundschule wurden von der Schulleitung weitestgehend ignoriert. Dennoch glauben wir, dass die Schüler hier doch einiges mehr an Orientierungshilfen benötigen als Klassen, die sich neu zusammengesetzt haben und auch nicht diesen „Erfahrungsschatz“ sammeln mussten.

Unsere Zielvorstellung

Schule soll Schülern und Lehrern Spaß machen und motivieren, die Welt entdecken zu können. Dafür sind alle Beteiligten verantwortlich. Es müssen aber Rahmenbedingungen und Vorgaben erarbeitet werden, die ein gutes Klima zwischen Schülern, Lehrern und Eltern schaffen. Vertrauen statt Misstrauen. Achtung und Toleranz. Dies geht aber nur, wenn sich die Beteiligten über diese Dinge Klarheit verschaffen.

Erwartungen an die Schulleitung

Es entstand bei uns Eltern der Eindruck, dass die Lehrer, Schüler, Eltern und auch die Schulleitung teilweise nicht besonders gut miteinander kooperieren. Nicht miteinander reden, Dinge unter den Tisch gefallen sind. Wir wünschen uns für das nächste Schuljahr, dass sich die Kooperationsbereitschaft auf allen Seiten verbessert. Unmut und Respektlosigkeiten sollten nicht verstärkt, sondern abgebaut werden.

Unserer Meinung nach hat die Schulleitung die Aufgabe, die Rahmenbedingungen für den Umgang und das Verhalten in der Schule festzulegen. Dies sind manchmal klare Anforderungen und Verbote. Manchmal aber auch Umgangsformen und ein  Verhaltenscodex, der von allen Beteiligten eingehalten werden muss. Nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer, Eltern und die Schulleitung. Dies möchten wir im Hinblick auf die Probleme der Klasse 7c, aber auch der ganzen Schule bei der Schulleitung einfordern.

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